Dina River
Kurzvorstellung
Ich bin Dina.
Vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf dieser Insel gelandet – Cahaya, die Insel des Lichts. Ich wusste nicht, dass sie mich so tief berühren würde. Die Wärme der Erde, das Wispern der Palmen, das Zittern der Tropennacht – sie haben mich aufgenommen wie eine vergessene Tochter. Hier wollte ich neu beginnen, Wurzeln schlagen, atmen.
Ich kam nach Cahaya, um neu zu beginnen – weit weg von Berlin, den Schatten der Vergangenheit, dem Lärm in mir. Hier auf dieser Insel hoffte ich, Ruhe zu finden. Stattdessen fand ich Victor. Alt, verschwiegen, tief in etwas verstrickt, das ich nicht verstand. Sein plötzlicher Tod hat mich erschüttert – zu schnell, zu still, zu viel blieb ungesagt.
Und da war da Mingtian. Sanft, aufmerksam, ein stiller Anker inmitten der Tropenhitze. Ich fühlte mich sicher an seiner Seite. Ich mochte ihn – nein, ich fühlte mehr. Er war wie ein sanftes Lied, das mich beruhigte. Ich ließ mich tragen von seiner Nähe, glaubte an Vertrautheit, an Schutz. Und ich dachte, vielleicht könnte ich ihn lieben.
Bis Bang kam. Wie ein Sturm, ungefragt, unaufhaltsam. Alles an ihm war rau und echt. Und ich wusste plötzlich: Mein Herz gehörte ihm – auch wenn es wehtat. Auch wenn ich ihn nicht verstand. Auch wenn er mich fortstieß. Er hat etwas aufgerissen in mir. Etwas Altes. Etwas Wahres.
Tika wurde mein Kompass. Witzig, klug, mit wachem Blick. Wir suchten gemeinsam nach Antworten – über Victor, über das, was wirklich auf Cahaya geschah. Ich hätte das nicht ohne sie geschafft. Tika wurde zur Freundin. Zur leisen Stimme, die bleibt, wenn alles andere laut wird. Bei ihr kann ich lachen, weinen, schweigen – und einfach sein.
Es war kein leichter Anfang. Cahaya ist nicht nur schön. Unter der glitzernden Oberfläche liegt etwas Vergrabenes, Dunkles. Intrigen, Lügen, Geheimnisse, die schwerer wiegen als die tropische Luft. Ich habe gezweifelt, gezögert, mich verloren. Aber Mingtian war immer da. Ein Freund, ein Bruder, der mich auffing, wenn ich fiel.
Ich bin Dina. Noch immer auf der Suche. Noch immer mit offenem Herzen. Und Cahaya – dieses fremde, wilde Paradies – ist jetzt ein Teil von mir.


